© tauReif
 

Verschwenden

Ich würd’ mich gern verschwenden,
das gäb dem Leben Sinn,
der griff mit heißen Händen,
behende wie ich bin,
mir nach dem lichten Morgen,
wenn er die Nacht verzehrt,
und nähm’ mir meine Sorgen,
und macht’ mich etwas wert.

Ich würd’ mich gern verschwenden
an jeden, der noch sucht
mit seinen heißen Händen
und ist noch blind und lahm
und braucht die Krücke nicht,
die Wohlgefallen meint,
und braucht nur ein Gesicht,
das auch beim Lachen weint.

Ist so schwer, den Weg zu leben,
seinem Willen Raum zu geben.
Die Rhetorik kalter Predigt
Lähmt mir Herz und Hand.

Ich würd’ mich gern verschwenden.
Ein Schatten spielt Musik.
Er tanz stets an den Wänden,
wenn mir die Angst entflieht.
Die Kerzen sehn, wie’s Tagwerk
leicht vom Kopf mir geht.
Und was geschrieben steht,
spült Salz aufs satte Land.

Ist so schwer, den Weg zu leben,
seinem Willen Raum zu geben.
Die Rhetorik kalter Predigt
Lähmt mir Herz und Hand.

Ich würd mich gern verschwenden.
Das gäb dem Leben Sinn.
Doch schau ich nach den Händen,
seh, wie ich wirklich bin:
kleinlich, wohlbedacht
auf mich, von Nacht verzehrt,
such Gott, der sich verschwendet.
Er macht mich etwas wert.

Ist so schwer, den Weg zu leben,
seinem Willen Raum zu geben.
Die Rhetorik kalter Predigt
Lähmt mir Herz und Hand.