© tauReif
 

Springkraut

Wir gingen im Sommer auf schattigen Wegen.
Das Gras roch dort saftig, die Tage waren lang.
Viel länger konnten sie mich bewegen,
viel länger lagen wir später am Hang
und schauten wohl wochenlang gegen den Himmel
und tranken wohl jahrelang von diesem Wein.
Du kanntest die Lieder vom „Weißen Schimmel“.
Wir tauchten wohl ganz in die „Farben“ hinein.

Ich ahnte, woher uns unsere Gedanken
wie Efeu an Bäumen umrankten, so zart.
Am Wegrand wächst Springkraut und säumt wie Alleen
den Sommer, der in seiner Hitze verharrt.
Muß stehen bleiben, kann nicht davon lassen.
Als Kind schon war ich hier gerne allein.
„Was tat man den Mädchen auf finsteren Wegen?
Sie fielen wohl zu tief in die Farben hinein...

Du fandest Gefallen an diesem Geschehen;
nicht jede Knospe zersprang von allein.
Ich mochte dich gerne derart lachen sehen.
Ich wollte dich gerne nur für mich allein.
Sommer vergeht, und die Wälder, sie brauchten
Freiraum und Stille und werden nie alt.
Manchmal gehe ich staunend auf unseren Wegen
Und finde im Springkraut ein klein wenig halt.