© tauReif
 

Kreuz des Südens

Die Pferde hatten sich müde gelaufen
den Weg von Atlanta nach Fredericksburgh,
viel Blut verloren und Staub in den Lungen
und zigmal die geifernden Trommeln gehört.
Nur Rast, wenn das Fieber mich übermannte.
Im Sumpf schwitzt man Schlamm und pures Blei.
Kann sein, daß ich damals die Yankees verkannte,
kann sein, doch das ist nun einerlei.
Mein Bein werden sie mir wohl amputieren,
doch schlimmer schmerzen die Schreie in mir.
Dreizehn Sterne versinken, tausend Mütter erfrieren.
Die Mütter, die spielten doch Sonntags Klavier.
Statt dessen sammeln sie Baumwollreste.
Mein Pferd bricht zusammen, dann greifen wir an,
bestürmen die Salven aus feuchten Gewehren.
Ein monströses Getöse bis zum Schluß irgendwann.

Ich hab lange genug gebraucht,
den Fahnen nicht mehr zu trauen.
Zwar, sie plündern, doch die Sklaven fliehen von uns,
und sie folgen zu Hauf nur den Blauen.

Vielleicht werde ich nach Mexiko gehen,
vielleicht aber auch nach Kanada.
Der Mississippi bleibt grau, ich kann ihn verstehen.
Der Raddampfer werde ich nicht mehr gewahr.
Die verfluchte Hitze, sie wird mich noch töten.
Wer hat sich nur solche Geschütze erdacht,
die das Bein dir zerfetzen, unsre Farmen zerschießen?
Früher, da hätte ich drüber gelacht.

Ich hab lange genug gebraucht,
den Parolen nicht mehr zu trauen.
Zwar, sie plündern, doch die Sklaven fliehen von uns,
und sie folgen zu Hauf nur den Blauen.