© tauReif
 

Café Zentra

Nächtens gingen wir auf den nassen Straßen durch die Stadt.
Deine Haare glänzten matt.
Laut auf klammen Dächern saß Katzenbrut und sah uns zu.
Alles was ich sah, warst nur du.

Nächtens gingen wir auf den nassen Straßen durch die Stadt.
Deine Haare glänzten matt.
„Trink den Kaffee sachte, denn sonst verbrennt er dir den Mund!“.
Sagtest du im Kerzenschein,
zahltest deine Zeche nie,
denn der Wirt hat dich gekannt,
lang bevor dein Durst verschwand.

Lenin fiel vom Sockel, abgebaut hat man ihn über Nacht,
gerade als wir im Café saßen, sangen es die Katzen wohl vom Dach.

Nächtens gingen wir auf den nassen Straßen durch die Stadt.
Deine Haare glänzten matt.
Luther lacht noch heute vom Sockel seiner Lutherstadt,
Taubenfutter macht uns satt.
Was die Katzen wohl von den Dächern singen, weiß ich nicht,
denn ich sah nur dein Gesicht
nächtens im Café, wo heut’
jede Tür verriegelt scheint.
Hast du mich damit gemeint?